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Mit dem Doppelspurausbau in Hergiswil den ÖV in Nidwalden sichern

Leserbrief von Conrad Wagner in der Nidwaldner Zeitung … 22. Oktober 2009

Nidwalden hat sich seit dem zweiten Weltkrieg stark verändert und ist gewachsen als Teil einer modernen schweizerischen Gesellschaft. Dazu gehört auch das Wachstum der Mobilität und des Verkehrs. Und dieser Verkehr wächst ständig weiter.

Insofern hat die gestreckte Doppelspur in Hergiswil als Teil einer zentralschweizerischen Infrastrukturentwicklung die Bedeutung eines grossen Wurfs erlangt, vergleichbar mit dem Loppertunnel in den 60er Jahren. Die Doppelspur in Hergiswil ist ein enorm wichtiger und letzter Mosaikstein im Verkehrssystem des öffentlichen Verkehrs im Raume Nidwalden, Obwalden und Luzern, ja sogar wichtig im Gesamtverkehrssystem mit Bahn, Bus, Auto, Velo, etc.

Im Übrigen haben wir Nidwaldner 23 Mio. Franken an das 250 Mio. Franken Projekt Tieflegung Zentralbahn in Luzern investiert. Das Bauwerk wird vom Kanton Luzern und seinen Partnern auf Dezember 2013 temingerecht umgesetzt. Nur wir Nidwaldner wären dann halt nicht parat mit unserer Doppelspur in Hergiswil. Das Bahnangebot Richtung Nidwalden und Obwalden müsste auf viel später verschoben werden, wenn der Bund später überhaupt noch willig ist sich an den Investitionskosten massgeblich zu beteiligen.

Wir brauchen ein Bahnangebot entsprechend dem Wachstum von Bevölkerung, Gewerbe und Wirtschaft in Nidwalden, das ab Dezember 2013 den jahrzehntelangen Planungen einer S-Bahn im ¼ Std-Takt entspricht.

Die Regierung, die Zentralbahn, Planer, Ingenieure und andere Beteiligte im Zusammenspiel haben es in den letzten Jahren im Bereich der ÖV-Infrastruktur nicht geschafft, uns im Rahmen einer Gesamtplanung und –Umsetzung nur professionelle Arbeit zu leisten. Zusatzkredite und terminliche Verschiebungen bei Tunnel Engelberg, Ausbauten Bahnhöfe, Bahnübergänge, etc. sind Beispiel. Im Gegensatz dazu schafft es die gleiche Regierung im Bereich Strassen-Infrastrukuktur Top-Arbeit zu leisten: Kirchwald-Tunnel unter Budget und vor Termin, sogar mit Bonus-Projekten wie die Sanierung der Lopperstrasse am Alpnachersee.

Tatsache ist auch, dass die Planungen schon seit Jahren bestehen. Dabei sind Mängel in der Projekt-Ausschaffung und Führung durch den Regierungsrat und seine Stellen zu erkennen. Aber auch die Gemeinde Hergiswil ist etwas spät erwacht um ihre Anliegen zur rechten Zeit in den Planungsprozess einzubringen. 5 vor 12 ist eben spät. In einer solchen Unzeit kann aus Gründen des Gemeinwohls und der Volkswirtschaft verständlicherweise nicht mehr in vollem Masse auf diese Anliegen eingegangen werden. Es können sehr wohl aber noch Kompromisse eingegangen werden, an denen sich der Kanton Nidwalden, aber auch die Gemeinde Hergiswil beteiligen muss. Das absolute Ziel einer gestreckten Doppelspur Hergiswil bleibt dabei bestehen. Höher oder tiefer gelegt, mehr gestreckt oder weniger gestreckt, mit 70 oder 90 Km/h können die Hergiswiler und der Landrat alleine mangels fachlicher Kenntnisse nicht entscheiden. Führungs- und fachliche Mängel können nicht mit einem politischen Hauruck im Landrat kompensiert werden.

Wir fordern aber die Regierung und ihre Partner auf, dieses Projekt zu einem Hauptprojekt in dieser Legislatur zu erklären. Dazu hat der Landrat schon 2008 eine ursprüngliche Motion ÖV-Qualitätscontrolling als Postulat dem Regierungsrat überwiesen, das auch die Planungsqualität von ÖV-Infrastrukturbauten miteinbezieht. Wir müssen jetzt also den Ausbau des Nadelöhrs in Hergiswil zu Ende führen.

In Abwägung der aktuellen Situation hat das neue Postulat ‚Hergiswil zieht die Notbremse’ nicht die erwünschte Wirkung. Trotzdem will der Landrat mit dem Postulat ein Zeichen setzen und eine gute, termingerechte Lösung vorantreiben, aber sicher ohne Sistierung des Projekts in einem Scherbenhaufen für Jahrzehnte. Die Rechtslage ist so, dass die Regierung – mit oder ohne Postulat – nach ihrem eigenen Ermessen die Hergiswiler Ansprüche in der einen oder anderen Form in ihre Entscheidungen einfliessen lassen kann. Die Verantwortung ist daher gross.

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