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Conrad Wagner, Landrat von Stans

Beitrag von Landrat Conrad Wagner, im Gemeinde-Magazin Stans! vom 22.4.08

Vor rund vierzig Jahren kannte in Stans noch jeder jeden. Man arbeitete und wohnte im gleichen Ort. Freie Zeit verbrachte man in Stanser Vereinen und im Dorf. Heute ist unser Leben fragmentarisch, von Terminen und Aufgaben durchsetzt. Jeder Tag mit Herausforderungen bestückt. Wir wohnen zwar im Dorf Stans, aber bewegen uns in mehr oder weniger grossen Räumen, sind oft in Luzern, Bern, Basel oder Zürich. Manchmal fliegen wir ins Ausland, beruflich oder in die Ferien.

Unser Konsumverhalten und die Nutzung von Dienstleistungen haben sich in den Jahrzehnten stark verändert. So hat sich auch Stans verändert und wird sich weiterhin verändern. Immer mehr Personen wohnen in Stans und benötigen pro Person immer mehr Wohnraum, weitere arbeiten in Stans und gehen zur Schule, weitere kaufen in Stans ein und wieder weitere verbringen in Stans ihre Freizeit bei Sport und Kultur.

Als Familie mit Kindern erlebe ich dieses Eingebettetsein in Stans sehr intensiv. Wir kaufen im Dorf ein, wir hören uns mal die Stanser Orgel, mal wieder Konzerte oder einen Vortrag an, gehen in eine Ausstellung, schmöckern in der Ludothek, fahren aufs Stanserhorn, geniessen das gemütliche Zusammensein am Wuchemärcht auf dem Dorfplatz. Wir nutzen bestimmte Dienstleistungen im Dorf. Unser Sohn freut sich jede Woche auf die familienergänzende Kinderbetreuung für einen Tag im Chinderhuis Nidwalden. Bald einmal geht er in die Schule. Meine nicht deutschsprachige Frau besucht wöchentlich einen Deutschkurs an der Berufsschule.

Wir Stanserinnen und Stanser sind im Dorf gut aufgehoben. Jeder auf seine eigene Weise. Ein gewisses Wachstum verleiht Stans dabei auch eine gesunde Entwicklung und beflügelt das Wirtschafts- und Dorfleben.

Eine grosse Herausforderung in Stans bleibt aber Mobilität und Verkehr. Mit dem Wachstum von Stans und Nidwalden entwickelt sich auch der Verkehrskonsum und wird sich als Volumen in Zukunft noch verstärken. Es gilt nun also, für den quasi urbanen Raum Stans strategische Eckpfeiler auf weite Sicht zu setzen. Dabei muss der Kollektivverkehr und ÖV verbessert und erweitert werden. Die Tieflegung der Zentralbahn in Luzern und der Doppelspurbetrieb bis Hergiswil schaffen die nötigen Kapazitäten. Der Individualverkehr muss in seinen Auswirkungen besser in den Griff gekriegt werden.

Das in der Vernehmlassung liegende Agglomerationsprogramm Stans zeigt Raum- und Verkehrs-Optionen auf und setzt mögliche Massnahmen. Es liest sich wie ein Handbuch mit wählbaren Vorschlägen. Entscheiden müssen wir aber selber und mit viel Weitsicht. Damit Stans sich weiter entwickeln kann und gleichzeitig lebenswert bleibt.

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